Vita

Auf dem Weg nach Cetus

Thomas Nolte
Von Deep Receive am 30.09.2006

Während sich in Hamburg alles um die Sturmflut dreht, 1962, schreit sich der kleine Thomas Nolte im etwas südlicher gelegenen Harburg in die Welt.

Es ist nicht davon auszugehen, dass diese dramatischen Ereignisse der frühen Kindheitstage in irgendeinem Zusammenhang mit der musikalischen Entwicklung von Thomas stehen, sympathisch aber erscheint mir der Gedanke allemal, dass die Noltesche Musik zumindest ein klein wenig von der großen Flut mitgeprägt sein könnte.

Eigentlich fing ja alles sehr viel später an, genauer: Thomas war knapp 16 Jahre alt, als die Musik von Mike Oldfield und Jean Michel Jarre in Siegeszügen rund um die Welt ging und auch den jugendlichen Thomas beeindruckte. Der in dieser Zeit klar definierte Beginn der "Weltmusik" lag in Alben begründet, die mit so urigen Namen wie "Ommadawn", "Incantations" und "Equinox" betitelt waren und es natürlich auch immer noch sind. Aber auch Oldfields "Tubular Bells" und Instrumentals von Pink Floyd wie "Wish You Were Here" prägten die Zeit Ende der 70er und den zukünftigen Musiker Thomas Nolte. Wie soviele andere Jugendliche merkte auch Thomas, dass der Besitz einer E-Gitarre nicht ausreicht, um seinen Idolen nachzueifern. Man muss schon darauf spielen können. Das erfordert Übung oder besser noch Übung und Unterricht. Beides passte so gar nicht in die Interessenswelt des damals 16 jährigen, so dass er lange Zeit ein blosser Zuhörer blieb.

Erst Jahre später, mit Ende 20, entflammte das Feuer erneut. Während seine Vorliebe für die sphärische Instrumentalmusik der 70er unverändert blieb, wurde das Instrumentieren weit ab von physischen Klangerzeugern für Thomas zum Mittelpunkt seines Schaffens: der Amiga, der als die Soundmaschine seiner Zeit schlechthin, zum Hauptwerkzeug wurde. Was auf Amiga-Trackern begann, wurde später durch umfangreiches und leistungsfähigeres Soft- und Hardwareequipment ersetzt. Eine E-Gitarre und ein Roland-Synthie blieben aber dennoch bis heute im verwendeten Aufgebot.

Nach ersten Veröffentlichungen einzelner Tracks, z.B. hier auf MyOwnMusic und dem dadurch deutlich sichtbar gewordenem Zuspruch, entwickelte Thomas "Journey to Cetus", ein Konzeptalbum, bei dem der Künstler neue Wege gehen möchte. Musikalisch werden hier sehr viele unterschiedliche Stilarten und Richtungen miteinander verwoben, wobei kein Part wie der andere klingt und trotzdem eine gemeinsame Basis gebildet wird, die das Gesamtwerk trägt. Die Story zu "Journey to Cetus" mußte nicht langwierig entwickelt werden. "Sie war irgendwann einfach da," erwähnt der Musiker fast beiläufig und weiter: "Die Story ist ein schwieriges Thema, weil grundsätzlich jeder etwas anderes in einem Musikstück hört. Würde ich "Journey to Cetus" und meine Geschichte dazu beschreiben, dann würde ich dem Hörer sowas wie einen Virus einpflanzen, der es ihm dann fast unmöglich macht, seine eigene Geschichte beim Hören zu entwickeln und zu erleben.

Hier möchte ich einen anderen, unüblichen und neuen Weg gehen und die Geschichte erst später einmal auf meiner Webseite veröffentlichen. Sozusagen ein kurzer Roman zur Musik. Hier kann sich später jeder erlesen, was ich mir bei der Reise zum Cetus gedacht habe und zwar am besten, nachdem er die Musik gehört hat. So kann man beides trennen, wenn man will, und niemand braucht die Musik mit irgendwelchen 'Vorgaben' im Kopf zu hören."

Thomas Nolte arbeitet und wohnt heute mit seiner Familie in der schönen Lüneburger Heide. "Mittendrin statt nur dabei", meint der Vater von drei Kindern, nicht ohne den typisch norddeutsch trockenen Tonfall.
Während die drei 14, 16 und 21 jährigen Kids bzw. Teenies Thomas mit gesundem Stress auf Trab halten, schöpft er Inspiration und Kraft nicht zuletzt aus dem starken und motivierenden Rückhalt, den er bei seiner Frau findet. Ein Übriges tut die wunderschöne Umgebung der Heidelandschaft.

Welchen Erfolg Thomas in Zukunft auch immer haben wird, die Voraussetzungen für weiterhin positive Entwicklungen sind aus musikalischer Sicht gut und, soviel sei an dieser Stelle schon mal verraten, "Die Reise nach Cetus" ist noch nicht vorbei, die Geschichte, geht weiter. Man darf gespannt sein.

"Journey to Cetus" ist 2007 beim britischen Label L2Music erschienen.
Die CD kann bei l2music per download erworben werden. Neben dem obligatorischen Stereo-Mix gibt es auch einen aufwendigeren Master in Dolby-Digital 5.1, bei dem die Freunde des Raumklangs ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen. Außerdem kann das Album in jedem gut sortierten Fachhandel wie Media Markt, Saturn usw. bestellt, oder in Internetshops wie Amazon, oder Buch.de gekauft werden.

Michael -mice- Herrmann
im September 2006
für MyOwnMusic