Presse und Rezensionen

 

Von Cup Of Dreams (Berlin)

Der Film im Kopf: Leise, mit Whales Voyage beginnt die Reise und schon die ersten Minuten lassen erkennen, dass man sich der Faszination dieser Musik kaum entziehen kann. Auch ohne einen Blick auf das wunderschöne Cover zu werfen, startet man in eine Gedankenwelt, die sich die ganze Zeit über behauptet und die man nur ungern verlassen möchte. Der Stil, mit klassischen Elementen, New Age, Hardrock und Filmmusik, lässt ein Puzzle entstehen, welches zwischen der harten Rock Gitarre, leise und laute Klavierpassagen, Chöre, kräftige Pauken, blubbernde und krachende Synthesizer als Einheit präsentiert ohne, dass sich dabei etwas gegenseitig behindert und ohne dass dies überladen und schwerfällig klingt. Black Hole transportiert wunderschön das Geheimnis der dunklen Materie, bei Atmosphere spürt man geradezu die schwebende Leichtigkeit, bei Landscape Explorer fühlt man sich gar mitten im Abenteuer, Fear And Hope gibt wunderschön leise das Thema wieder, Nebula wirkt transparent und endlos, und, und, und, ... ...

Journey To Cetus ist ein Konzeptwerk aus einem Guss. Die Stücke sind nicht einzeln hörbar, sondern werden als Gesamtwerk präsentiert und dies ist gut so. Die Zeit verfliegt und die 71:51 Minuten geben einem das, was man sonst nur im Film geboten bekommt: Abwechslung pur! Es ist die Reise durch die eigene Phantasie, der Weg durch Gedanken, die von den Tönen dieses Albums, mal ganz langsam und dann wieder hektisch durch den Kopf geschubst werden ohne, dass sie dabei verloren gehen. Sie drehen sich vielfach und erscheinen in immer wieder neuen Dimensionen. Es ist die Musik, die man braucht, wenn man ein wenig abtauchen möchte und neue Kräfte sammeln will. Eine Reise, die man gerne wiederholt antritt und ein Album, das man nur empfehlen kann.

Von Deep Receive am 29.03.2008


Wie schrieb Cup Of Dreams doch einmal so treffend zu diesem Album: "Der Film im Kopf", aber nicht nur Film, hinter "Journey to Cetus" steht auch eine Geschichte. Thomas Nolte veröffentlichte diese allerdings erst gut ein Jahr nach Erscheinen das Albums, um den Hörer, frei von Vorgaben, selbst eine Story entwickeln zu lassen. Nun ist die Story des Autors auch hier auf MoM zu lesen und jeder mag selbst entscheiden, wie weit die eigene Interpretation deckungsgleich mit der von Thomas ist oder in andere Richtungen tendiert.

"Journey to Cetus" präsentiert inhaltlich Science-Fiction und Fantasy, verpackt in deutlich themenorientierte Kompositionen und Arrangements. Der Gesamtsound des Werkes bewegt sich auf progressiven Pfaden, klassisches Rock-Ambiente ist ebenso zu finden wie sphärische Klangbilder und dramatische Exkurse, wie man sie aus den Soundtracks kennt. Thomas Nolte scheut sich nicht vor extremen Tempo- und Melodiewechseln innerhalb kürzester Zeit und macht den Genuss von "Journey to Cetus" zu einer wahren, musikalischen Achterbahnfahrt.

Während die ersten Tracks "Whales Voyage" und "Confusion" den Hörer mit auf eine ca. 10-minütige Startbahn nehmen, verbindet "Conqueror" schliesslich, unmissverständlich, wohin die Reise geht, zu einem der absoluten Album-Highlights: "The Black Hole" reisst den Hörer titelgerecht mit sich, dramatisch, bisweilen brachial und unerbittlich in seiner Konsequenz. Sphärische Flächen werden von schreienden Gitarrensounds zerrissen, ein donnerndes Bassfundament, düstere Vocals und anheizende Soli treiben das logische Modell immer weiter an. Erst die letzte Minute lässt den Zuhörer wieder in beruhigendere Gefilde gleiten. In "Tau Ceti" und "Atmosphere" wird die Reise fortgesetzt. Wunderschöne Klangteppiche, getragen von immer wieder treibenden Rhythmen und gewaltigen Drumeinlagen.

"Landcsape Explorer" stellt die Einleitung zum Rest der CD dar und liefert Sounds mit Hörspielcharacter. So hört man das Öffnen der "Schiffsluke", das Hinaustreten eines imaginären Protargonisten ebenso, wie Umweltgeräusche. Der Track wandert übergangslos nach "The Secret of Deneb Kaitos", in dem, trotz aller dargestellten Mystik, klare Pop-Rock-Elemente auszumachen sind.

"Escape" und "Fear and Hope" beenden den kleinen Ausflug in unbekanntes Terrain schliesslich. "NGC-246" klingt wieder regelrecht fröhlich und beschwingt; was mögen die Herren Piloten da nur zu sich genommen haben?

Bei "Nebula" geht es wieder sehr variabel zur Sache, orchestral, melodiös und "poppig" im positiven Sinne. "Survival" nimmt sich direkt des Grundthemas von "Nebula" an und beendet schliesslich mit elektronischen Klängen diesen ersten Part von "Journey to Cetus", nicht ohne Cliffhanger.

Fazit: "Journey to Cetus" bietet ihn, den Film im Kopf. Thomas Nolte bietet mit seinem Erstling nicht nur ein sehr durchdachtes, logisches Konzept, er lässt dem Hörer auch gleichzeitig viel Spielraum für Eigeninterpretationen. Musikalisch bedient sich "Journey to Cetus" in vielen Genres; Klassische Akzente werden ebenso gesetzt wie solche des Progressiv-Rock. Es gibt Ausbrüche in die Welt des Pop, des Elektro und selbst Metal-Komponenten sind zu hören.
Mix und Mastering (letzteres übrigens von Ingo Vogelmann) sind absolut professionell und über jeden Zweifel erhaben, gibt es "Journey to Cetus" doch auch in einer 5.1-Variante. Wohl dem, der über grossvolumige Lautsprecher und einen ebensolchen Subwoofer verfügt. Auch stressresistente Nachbarn, oder solche, die gerne mithören sind von immensem Vorteil. Stimmt der Sound der Anlage, entfalltet "Journey to Cetus" seine ganze dynamische Suggestivkraft. Auf ehefraukompatiblen Krawallbüchsen abgespielt ist dieses Album "Perlen vor die Säue".

Eine Anmerkung sei noch gestattet: Die Hörproben hier auf MoM sind auch als solche zu verstehen. Sie liegen hier als Einzel-Tracks vor und sind damit aus dem Zusammenhang gerissen, es sei denn, man hört sie vom ersten bis zum letzten durch. Natürlich kann man die einzelnen Tracks auch runterladen, doch die Wandlung von mp3 nach cda sowie die u.U. entstehenden Lücken mindern die Qualität.

"Journey to Cetus" ist in vielen Online-Shops wie hier, bei Amazon.de zu haben, kann aber auch direkt beim Autor bestellt werden, email an thnolte@t-online.de genügt.


Michael -mice- Herrmann
im März 2008
für
MyOwnMusic


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